
as Noviziat ist eine Probezeit. In doppeltem Sinne: Der Novize prüft, ob das Leben in unserer Bruderschaft das ist, was er sucht. Er fragt selbstkritisch, ob er dazu ein Leben lang bereit und fähig ist. Aber auch unsere Gemeinschaft schaut, ob der neue Bruder in unserer Lebensform auf Dauer seinen Platz finden kann. Es muss für beide Seiten passen.
Noviziatshaus in Wiedenbrück
Das Noviziat dauert ein Jahr. Im Mitleben, Mitbeten und Mitarbeiten im Noviziatshaus in Wiedenbrück lernt der Novize den Alltag der Gemeinschaft kennen. Regelmäßige Gespräche mit dem Noviziatsleiter sollen ihm helfen, die eigene Motivation zu klären und ein persönliches geistliches Leben einzuüben. Unterricht und Werkwochen, zum Teil gemeinsam mit Novizen anderer Gemeinschaften, vertiefen zentrale Elemente unseres Lebens: Gebet, Leben aus dem Wort Gottes, franziskanische Spiritualität, evangelische Räte (Armut, ehelose Keuschheit und Gehorsam). Praktika wollen sensibel machen für die vielfältigen Formen von Armut in unserer Gesellschaft.
Bei allen Aktivitäten hat das Noviziat aber auch den Charakter eines "Wüstenjahres": Es geht noch nicht um Berufsausbildung oder Studium, sondern – innerhalb der Gemeinschaft – um die Begegnung mit sich selbst und Gott.
Wie der Glauben überhaupt, so ist auch das Leben in einer geistlichen Gemeinschaft ein Weg. Am Anfang des Noviziates steht der ernsthafte Entschluss, noch aufmerksamer auf den Ruf Gottes zu hören. Das Probejahr endet mit der so genannten "zeitlichen Profess": Der Novize bindet sich mit dem Versprechen der drei evangelischen Räte für ein Jahr an unseren Orden, wenn er und wir das gute Gefühl haben, dass sich diese Berufung erfüllend weiterentwickeln kann.
Internationales Noviziat 2011/2012
Neben den beiden Novizen der deutschen Provinz, Br. Heiko und Br. Michael, gibt es erstmals in Wiedenbrück auch zwei Novizen, die zu anderen Ordensprovinzen gehören. Laut Ordensstatuten soll das Noviziat in einer Gemeinschaft von Novizen gelebt werden. Ein Noviziat mit nur einem Novizen muß die Ausnahme sein.
Br. Lucas kommt aus der niederländischen Provinz. Dort sind die Eintrittszahlen so klein, dass eine eigene Noviziatsgruppe nur selten zusammenkommt. Deswegen hat die niederländische Provinz 2009 entschieden, dass ihre Novizen gemeinsam mit den deutschen Novizen ihr Noviziat in Wiedenbrück machen sollen. Br. Lucas ist der erste Novize, für den diese Regelung gilt.
Für Br. Maik gilt ähnliches. Er gehört zur nordbrasilianischen Provinz von Recife, die von Deutschland aus im 19. Jahrhundert neugegründet wurde und in Deutschland zwei Missionsklöster (Bardel und Mettingen) unterhält. Wenn Deutsche in diese Provinz eintreten, machen sie in der Regel ihr Noviziat in Deutschland, bevor sie dann nach Brasilien wechseln. Br. Maik ist derzeit der einize Novize aus Deutschland.
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Novizen (2): Korbinian Klinger OFM | Bruder Martin: privat



